FAQ

Allgemein

Wie läuft die Schultour konkret ab?

Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Zunächst wird durch das vor den SchülerInnen und LehrerInnen aufgeführte Comedy-Programm von Eisi Gulp die notwendige Aufmerksamkeit für das Thema Alkoholkonsum erzeugt. Im Anschluss wird der Projektpartner Condrobs e. V. in Schulungen SchülerInnen ab der 9. Jahrgangsstufe, das Lehrerkollegium und auch die Eltern für das Thema sensibilisieren. Durch diese Vorgehensweise soll das gesamte Schulumfeld der SchülerInnen zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholkonsum miteinbezogen werden. In den Schulungen werden Hinweise und Anreize gegeben, die sich nachhaltig auf das Bewusstsein und das Verhalten auswirken sollen. Es wird über Risiken und Folgen des Substanzkonsums informiert, zur frühen Erkennung sensibilisiert und ggf. Hilfsansätze vermittelt.

Was sind die Ziele der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“?

Mit der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ wurden bereits 107 Schulen im gesamten Bundesgebiet besucht. In diesem Jahr kommen 18 weitere Schulen und 2 Unternehmen hinzu. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche ab der 9. Jahrgangsstufe in unterhaltsamer und altersgerechter Form auf die Risiken von Alkoholkonsum hinzuweisen. So soll die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholkonsum an Schulen gefördert, die SchülerInnen sensibilisiert und der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol gestärkt werden. Die Eltern und LehrerInnen erhalten Unterstützung für den Umgang mit dem Thema im Familien- beziehungsweise Schulalltag. Das langfristige Ziel der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ ist übermäßigen und unkontrollierten Alkoholkonsum entgegenzuwirken.

Wurde der Erfolg des Präventionsprojektes „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ ausgewertet? Falls ja, wie?

Nach Abschluss des ersten Projektjahres wurde die Wirkung an den teilnehmenden Schulen evaluiert. Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. hat die Evaluation selbst durchgeführt und die Ergebnisse in einer Abschlusspräsentation der KNAPPSCHAFT zur Verfügung gestellt.

Im Projektverlauf wurden an den besuchten Schulen SchülerInnen aus je zwei Schulklassen befragt. Die Jugendlichen wurden sowohl vor dem Bühnenprogramm als auch nach der Nachbereitung durch Condrobs e.V. zu ihrem Alkoholkonsum und ihrem Interesse an einer Auseinandersetzung mit dem Thema befragt. Darüber hinaus wurde eine Bewertung des Gesamtkonzepts (Bühnenprogramm und Nachbereitung) abgefragt.

Ziel der Befragung der SchülerInnen war es, ihre Einstellungen und Verhaltensweisen zum Thema Alkohol- und Drogenkonsum sowie Alkoholprävention zu messen.

Auch die LehrerInnen wurden nach dem Besuch von Condrobs e. V. und damit nach Abschluss der Nachbereitung befragt. Untersucht wurden die Wirkung des Bühnenprogramms und der Nutzen der Nachbereitung für die Lehrkräfte.

Die nachhaltige Wirkung des Programms selbst wird durch das pädagogische Fachteam Inside@School des Suchthilfevereins Condrobs e.V. sichergestellt. Alle SchülerInnen, die Lehrkräfte, die Eltern und die Schulleitung werden durch die Fachleute von Inside@School geschult, zum Mitmachen und zur Diskussion eingeladen.

Wie viele Jugendliche und Lehrkräfte wurden befragt?

Insgesamt wurden 170 Lehrkräfte (34 an Haupt- und Realschulen, 61 an Gesamtschulen, 62 an Gymnasien und 13 an sonstigen Schulen) sowie 996 SchülerInnen (194 an Haupt- und Realschulen, 369 an Gesamtschulen, 388 an Gymnasien, 45 an sonstigen Schulen) im Alter von 12 bis 18 Jahren nach dem ersten Projektjahr befragt.

Wie gestalten sich die Ergebnisse der Evaluation bezogen auf die Jugendlichen?

Bei der Abfrage zum eigenen Konsum alkoholischer Getränke ergibt sich nach der Auswertung der Ergebnisse folgendes Bild: Zumeist trinken die befragten SchülerInnen mit Freunden (75 Prozent) und in der Familie (18 Prozent). Etwa 9 Prozent der Jugendlichen stimmen zu, dass sich ihre Eltern schon über ihren Alkoholkonsum beschwert haben und etwa 2 Prozent der Jugendlichen geben an, schon einmal wegen übermäßigen Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelt worden zu sein.

Der Vergleich bezogen auf das Geschlecht und Alter der befragten Jugendlichen zeigt, dass Schüler etwas häufiger als Schülerinnen Alkohol trinken. Auch haben sich deren Eltern schon häufiger beschwert. Mit steigendem Alter nimmt der Konsum zu und auch die Zustimmung zu der Aussage, „dass ein Wochenende ohne Alkohol kein Wochenende ist“ steigt. Mädchen haben insgesamt ein wenig mehr Interesse an der Diskussion des Themas und den negativen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum.Die Ergebnisse zeigen allerdings keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Schulformen.

Bezogen auf die untersuchte Wirkung dieses gemeinsamen Präventionsprojekts geben zwei Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren an, dass ihnen das Bühnenprogramm und die Nachbereitung viel gebracht haben. 56 Prozent von ihnen sind nach der Teilnahme an der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ motiviert, gar nicht erst mit dem Alkohol trinken anzufangen. Darüber hinaus berichten die SchülerInnen von einem gesteigerten Interesse an der Diskussion zum Thema Alkohol und konnten somit sensibilisiert werden.

Wie gestalten sich die Ergebnisse der Evaluation bezogen auf die Lehrkräfte?

Fragt man die Lehrkräfte offen nach einer Bewertung der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“, so wird der Humor von Eisi Gulp als positiv und seine Ansprache der Kinder und Jugendlichen als angemessen bewertet. Besonders hervorgehoben wird die Nacharbeit und das Gesamtkonzept der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“. 95 Prozent der befragten LehrerInnen bewerten die Nacharbeit als positiv und 81 Prozent fühlen sich nach dem Besuch der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ sicherer im Umgang mit dem Thema Alkoholkonsum im Schulalltag.

Die Ergebnisse der Evaluation finden Sie auch unter: http://hackedicht-tour.de/inhalte/evaluation/

Ist die Alkoholprävention an bundesweit 125 Schulen nicht nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein?

Es wurden bisher über 32.100 SchülerInnen direkt erreicht. Diese SchülerInnen haben im Idealfall auch positiven Einfluss auf die Gruppendynamik im Freundes- und Bekanntenkreis. Dazu kommen die Eltern und die Lehrkräfte, die von dem Projekt auch nachhaltig durch die Begleitung durch das pädagogische Fachteam profitieren.

Was bedeutet es, dass Schulen zertifiziert werden?

Schulen, die am Projekt „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ teilgenommen haben, erhalten als Nachweis ein Zertifikat. Es listet die Inhalte der absolvierten Schulungen für die SchülerInnen, die Lehrkräfte und Eltern auf. Das Zertifikat bescheinigt die erfolgreiche Teilnahme an einem evaluierten Präventionsprojekt.

Bewerbung und Auswahl der beteiligten Schulen

Welche Schulen werden durch das gemeinsame Präventionsprojekt unterstützt und können sich am Projekt beteiligen?

Es können sich alle weiterführenden Schulen aller Schultypen bundesweit für die „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ bewerben. Zielgruppe sind die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 bis 12 bzw. Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren.

Bei der Auswahl der Schulen erfolgt die Konzentration hauptsächlich auf die Stadtteile, die viele unterschiedliche Lebenslagen aufweisen, um so eine möglichst heterogene Zielgruppe zu erreichen. Bisher wurden insgesamt 107 weiterführende Schulen aller Schulformen aus allen Bundesländern unterstützt.

Wieso finanziert die KNAPPSCHAFT eine Kabarettveranstaltung?

Nach allen Erfahrungen lassen sich sozial Benachteiligte durch die für individuelle Angebote üblicherweise genutzten Zugangswege schwerer erreichen. Daher ist für diese Zielgruppe als Zugangsweg der Setting-Ansatz vorrangig zu empfehlen. Unter Settings werden soziale Systeme verstanden, die einen starken Einfluss auf die Gesundheit ausüben und in denen zugleich die Bedingungen von Gesundheit gestaltet und beeinflusst werden können. Das Kabarett ist der Auftakt der geplanten Setting-Maßnahme und somit nur ein Teil im Gesamtprojekt. Wichtig bei der primären Prävention und all ihren Maßnahmen ist neben den Inhalten ebenso der Zugang zu den Menschen. Dieser sollte möglichst niedrigschwellig und altersgerecht sein.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen kommen Erwachsene mit dem moralischen Zeigefinger allein nicht weiter. Folglich versucht die „Hackedicht – -Schultour der Knappschaft“ mit einem belebenden und durchdachten Programm, die SchülerInnen zu erreichen. Das Kabarett lebt von der Tatsache, wie der Künstler Eisi Gulp die Dinge erzählt und beim Namen nennt und wie er die SchülerInnen anspricht. Er ist komisch und tragisch zugleich, zudem schockiert er. Wichtig ist: Er rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. Nach dieser Auftaktveranstaltung sind die TeilnehmerInnen sensibilisiert und offen für weitere Aktionen. Es können dann weitere pädagogische Maßnahmen angesetzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel aktive Arbeitsgruppen, LehrerInnen-Eltern-SchülerInnen-Gespräche, Workshops und im Einzelfall hilft auch die „Nummer gegen Kummer e.V.“ mit ihren telefonischen Beratungsangeboten.

Werden für die Projektfinanzierung Beitragsgelder verwendet?

Ja, denn das Projekt ist eine Setting-Maßnahme im Sinne des „Leitfaden Prävention“ nach § 20a Sozialgesetzbuch Fünftes Buch.

Welche finanziellen Mittel stellt die KNAPPSCHAFT für das Projekt bereit?

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention – kurz Präventionsgesetz – trat zum 1. Januar 2016 in Kraft. Das Präventionsgesetz beinhaltet eine Ausweitung der Leistungsausgaben für Prävention in Lebenswelten (Settings). Die KNAPPSCHAFT investiert daher 2,05 Euro je Versicherten für Settingprojekte (hiervon 0,46 Euro über den GKV-Spitzenverband als Vergütung für die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu erbringenden Aufträge).

 

Engagiert sich die KNAPPSCHAFT zum ersten Mal für die Kinder- und Jugendprävention?

Nein, die Krankenkasse KNAPPSCHAFT hat bereits viele Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt, personell als auch finanziell. Dies waren in der Regel krankenkassenübergreifende Maßnahmen, in denen wir nicht federführend tätig waren. Die „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ war das erste Projekt mit Alleinstellungsmerkmal und in dieser Größenordnung. Es folgte das Präventionsprojekt „Firewall Live“ zum Thema Medienkompetenz.

Gibt es eine Schirmherrschaft?

Für dieses wichtige Projekt konnten der DKSB und die KNAPPSCHAFT Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, als Schirmherrin gewinnen. Die Drogenbeauftragte stellt uns ein Vorwort/Statement in verschiedenen Projektmaterialien wie beispielsweise den Homepages der KNAPPSCHAFT/des DKSB, der Projekt-Homepage, dem Mitgliedermagazin der KNAPPSCHAFT „tag“ oder der Mitgliederzeitung des DKSB „Kinderschutz aktuell“ zur Verfügung.

Download die FAQ der "Hackedicht - Schultour der Knappschaft"